Kultur

 

Peking ist nicht nur die politische, sondern auch die kulturelle Haupstadt Chinas. Neben den fast 40 Kulturdenkmälern gibt es hier über 100 Museen und rund 40 Theater und Opernhäuser. Die traditionelle Peking-Oper ist eine besondere Form der Oper, die sich durch die Vermischung von Tanz, Schauspiel, Gesang und Akrobatik deutlich von der italienischen Oper und kann in zahlreichen Theatern bewundert werden.

Palastmuseum Peking

Das Palastmuseum ist das bedeutendste Museum Pekings. Hier werden Relikte aus fast zwei Jahrtausenden Kaiserzeit, darunter eine riesige Kunstsammlung und kunstvoll verzierte Gebrauchs- und Repräsentationsgegenstände ausgestellt.. Zur Sammlung gehörten unzählige Gemälde, Bronzearbeiten, Jade- und Holzschnitzereien, Tapisserien, Emaille- und Porzellangegenstände, Bronzen und Kalligraphien. Das Palastmuseum befindet sich in mehreren Gebäuden der Verbotenen Stadt.

 

Chinesisches Nationalmuseum der Künste

Das National Art Museum of China ist das Zuhause von über 70.000 Kunstwerken, von denen viele mehrere hundert Jahre alt sind. Vor allem die Abteilungen für Skulpturen und Papierschnitte sind sehr interessant. Die Haupthalle des Museums beherbergt die China Art Gallery, die Mitte des 20. Jahrhunderts eingeweiht wurde. Früher wurden hier Werke rund um die Rote Garde ausgestellt, heute findet man in der Art Gallery Ausstellungen chinesischer Kunst aller Art. Moderne chinesische Gemälde, Kalligrafien, Drucke und seit kurzem auch Werke ausländischer Künstler finden hier ihren Platz. Auch ein Geschäft mit chinesischem Kunstzubehör liegt in der Galerie, die sich im Dongcheng Distrikt befindet.

 

Chinesisches Nationalmuseum

Das Chinesische Nationalmuseum, nicht zu verwechseln mit dem Chinesischem Nationalmuseum der Künste, wurde 2003 aus zwei vorher separaten Museen gegründet, dem Museum der chinesischen Revolution und dem Museum der Geschichte Chinas.

Das Museum der Geschichte Chinas ist chronologisch in drei Bereiche aufgeteilt: die Primitive Gesellschaft (bis 4.000 v. Chr.). die Sklavengesellschaft (2.100 bis 475 v. Chr.) und die Feudalgesellschaft (475 v.Chr. bis 1911). Funde wie der 1,7 Millionen alte Yuanmou Mann und die chinesischen Dynastien werden in umfangreicher Art und Weise die Geschichte des modernen China, von der Alten Demokratischen Revolution Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Etablierung und Entwicklung des heutigen Staates, dokumentiert. Das Museum befindet sich gegenüber der Großen Halle des Volkes am Platz des Himmlischen Friedens.

 

Luftfahrtmuseum

Das Pekinger Luftfahrtmuseum ist das größte Luftfahrtmuseum Chinas. Hier findet man über 300 Fluggeräte aus chinesischer, japanischer, russischer und amerikanischer Herstellung. Es gibt unter anderem Jagdbomber des Typs Q-5 Fantan, einen amerikanischen Bell-Hubschrauber und einige MiG-15 und MiG-17 zu sehen. Das Museum wurde am 40. Gründungstag der chinesischen Luftwaffe am 11. November 1989 eröffnet. Es liegt etwa 50 Kilometer nördlich der Innenstadt und ist teilweise in die nahen Felsen gebaut.

 

Hauptstadtmuseum

Das Hauptstadtmuseum dokumentiert die eindrucksvolle Geschichte Pekings vor dem Jahr 1949. Der Bau besteht aus einer riesigen Hülle, die ein rundes und ein schiefes Ausstellungsgebäude beherbergt. Originale Artefakte, Repliken, Filme und Hörspiele geben den Besuchern einen Eindruck von der monumentalen Bedeutung Pekings.

 

Uhrenmuseum

Im Uhrenmuseum in der Verbotenen Stadt befindet sich die eindrucksvolle Uhrensammlung

der Qing-Kaiser. Sie besteht hauptsächlich aus verblüffend gut erhaltenen Uhren europäischer Bauart, aber man findet hier auch riesige chinesische Wasseruhren. Viele der Uhren wurden in den Palastwerkstätten weiter verziert.

 

Naturhistorisches Museum Peking

Im Naturhistorischen Museum Peking wird auf 8.000 m² die Lebensweise von Wirbellosen, Vögeln und Säugetieren dokumentiert. Die eindrucksvolle Ausstellung mit über 200.000 Skelette, Repliken und ausgestopften Tieren beinhaltet auch mehrere beeindruckende Dinosaurierskelette und viele weitere Ausstellungsstücke urzeitlichen Lebens.

Das Naturhistorische Museum Peking liegt im Chong Wen Bezirk.

 

Liyuan Theater

Das Liyuan Theater ist ein beliebter Anziehungspunkt für Touristen, die die chinesische Oper kennen lernen und die Handlung trotz mangelnder Chinesischkenntnisse verstehen wollen. Im Qianmen Hotel im Xian Wu Distrikt gelegen findet man im Liyuan Theater spezielle Leinwände, auf die die Handlung der jeweiligen Oper sowie die Gesangstexte in englischer Sprache projiziert werden. Auch die hochwertigen Programmhefte in Chinesisch, Japanisch und Englisch helfen den Besuchern, die Handlung der Peking-Oper besser zu verstehen. Nach der Aufführung hat man die Möglichkeit, sich für ein schönes Erinnerungsfoto eins der prachtvollen Kostüme anzuprobieren oder sich wie die Akteure der Peking-Oper schminken zu lassen

 

Zhengyici Theater

Das aus Holz bestehende Zhengyici Theater ist das älteste Theater Pekings und dient als Aufführungsort traditioneller Peking-Opern. Man nimmt dort an kleinen Tischen Platz und erhält zur Begrüßung gleich eine Tasse chinesischen Tees. Danach genießt man eine Aufführung in dem 1688 erbauten Theater, wo mehr Wert auf das Bewahren der Tradition als auf touristische Unterhaltung gelegt wird.

 

Courtyard Gallery

Die 1996 eröffnete Courtyard Gallery zeigt in wechselnden Ausstellungen die Werke aufstrebender Künstler. Es werden alle vorstellbaren Kunstformen präsentiert, von Gemälden und Skulpturen bis zu Fotografien und Installationen. Die Courtyard Gallery befindet sich unweit des Platzes des Himmlischen Friedens im Chaoyang Distrikt. Die Galerie unterstützt Künstler aus aller Welt und kooperiert mit anderen Kunstinstitutionen aus aller Welt.

 

Sprache

Die chinesische Sprache, hat in den letzten Jahren auch wirtschaftlich immer mehr an Bedeutung gewonnen. Daher besuchen nicht mehr nur Urlauber die Stadt, sondern besonders auch Sprachschüler, die Ihre Fremdsprachenkenntnisse erweitern und chinesisch lernen wollen.

 

Auf Ihrer Fernreise werden Sie viele einzigartige Erfahrungen in der Umgebung einer faszinierenden Kultur sammeln.

 

 

Geschichte

 

Selten hat eine Stadt eine solch alte Geschichte wie Peking. Die Wurzeln der Stadt reichen bis 500.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung und die zahlreichen chinesischen Dynastien oder die Herrschaft von Dschingis Khan prägen das Stadtbild von Peking noch bis heute.

 

Von den Anfängen bis zur Yuang Dynastie

Im Gebiet der heutigen Stadt Peking lebten schon vor 500.000 bis 230.000 Jahren Vertreter des Homo erectus. Dies belegen Ausgrabungen in den 1920er Jahren, bei der Stein- und Knochenwerkzeuge gefunden wurden.

 

Pekings Wurzeln reichen bis in die westliche Zhou-Dynastie (1121 bis 770 v. Chr.). Unter dem Namen Ji, was übersetzt Schilf bedeutet, erwähnte man die Stadt erstmals im Jahre 1000 v. Chr. als Handelszentrum mit den Koreanern, Mongolen und unterschiedlichen Stämmen aus Zentralchina und Shandong.

 

In der Zeit der "Streitenden Reiche" war Peking die Hauptstadt von Yan, weshalb die Stadt den Namen Yanjing (Hauptstadt der Yan) trug. Der spätere Kaiser Qin Shihuangdi besetzte 221 v. Chr. besetzte bei seinem Reichseinigungskrieg die Stadt. Dabei wurden die nördlichen Mauern befestigt und die Stadt wieder in "Ji" umbenannt. Unter der Herrschaft der Qin-Dynastie verlor Peking seinen Status als Hauptstadt an Xianyang sowie an Bedeutung.

In den folgenden Jahrhunderten wird Ji als bedeutender Handelsknotenpunkt beschrieben und wurde zu einer der wichtigsten Militärbasen zur Verteidigung der Nordgrenzen Chinas. Dennoch wurde es mehrfach durch Nomadenvölker aus dem Norden besetzt.

 

In der Zeit der Tang-Dynastie, die sich auf 618 bis 907 n. Chr. datieren lässt, wurde die Stadt, die nun Youzhou hieß, von einem Militärgouverneur regiert. Im Jahre 937 n. Chr. eroberten die Kitan unter Te-kuang (926-947) einen Teil Nordchinas, wobei Peking ihr Herrschaftssitz wurde. Nach der Eroberung durch die Jurchen im Jahre 1153 wurde Peking zur Hauptstadt der Jin-Dynastie und unter dem Namen Zhongdu ("Mittlere Hauptstadt") prächtig ausgebaut. Über 100.000 Arbeiter wurden für die Erweiterung der Stadt verpflichtet.

 

Dschingis Khan und seine Truppen nahmen Peking 1215 ein. Sie plünderten die Stadt und setzten sie in Brand. Auf den alten Trümmern entstand die große Hauptstadt Dadu, die auch unter dem Namen Khanbaliq bekannt wurde. Mit der Schaffung des Mongolenreiches erlangte die Stadt im Laufe des 13. Jahrhunderts eine vorherrschende Stellung.

 

Von der Yuang- bis zur Qing-Dynastie

Zwischen 1264 und 1368 war die Stadt Hauptresidenz der Mongolen. Zu dieser Zeit unterstand dem Enkel des Dschingis Khan fast ganz Ostasien und die ersten Europäer kamen über die berühmte Seidenstraße nach Peking. Durch die günstige Lage erreichte Peking großen Reichtum und Wohlstand.

 

1368 wurde die Yuan- von der Ming-Dynastie abgelöst. Hongwu (1328-1398), der erste Kaiser der Ming-Dynastie, ließ seine Hauptstadt in Nanjing (Südliche Hauptstadt) am Fluss Yangzi errichten. Seit 1408 begann Kaiser Yongle die Stadt unter ihrem neuen Namen Peking (Nördliche Hauptstadt) völlig neu zu erbauen. Er schuf unter anderem die Verbotene Stadt und den Himmelstempel. Im Jahre 1421 wurde Peking offiziell zur neuen Hauptstadt der Ming-Dynastie. Während der nachfolgenden Qing-Dynastie (1644-1911) wurde die Stadt durch weitere Tempel und Paläste erweitert.

 

Ihre größte Blütezeit erlebte die Hauptstadt während der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts unter den Kaisern Kangxi, Yongzheng und Qianlong. In dieser Zeit errichteten die Qing den legendären Sommerpalast im Norden der Stadt. Gemeinsam mit dem Kaiserpalast bildete er den Mittelpunkt und das Symbol chinesischer Machtentfaltung.

 

Im Zweiten Opiumkrieg drangen jedoch britische und französische Truppen im Jahre 1860 bis an die Mauern der Hauptstadt vor. Der Sommerpalast wurde dabei von den Briten geplündert und in Brand gesteckt. Zu jener Zeit standen das Reich und die kaiserliche Hauptstadt infolge ausländischer Besatzung kurz vor dem Zusammenbruch.

 

Die Gründung der Volksrepublik bis heute

Nach der Abdankung der Mandschu und der Gründung der Republik China im Jahre 1912 blieb Peking bis 1928 das politische Zentrum Chinas. Dann wurde Nanjing die Hauptstadt Chinas und die Stadt wieder in Beiping (Nördlicher Friede) umbenannt, um deutlich zu machen, dass es sich nicht um eine Hauptstadt handelt. Zu Beginn des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges besetzte die japanische Armee am 19. Juli 1937 die Stadt. Erst nach Ende des Pazifikkriegs wurde sie von Kuomintang und US-amerikanischen Marines befreit.

 

Im Januar 1949 nahmen die Kommunisten Peking ein. Mao Zedong erklärte dort am 1. Oktober 1949 die Gründung der Volksrepublik China und gleichzeitig wurde Peking wieder Hauptstadt. Um sich von der Vergangenheit zu befreien und eine moderne Hauptstadt des Volkes zu bauen, wurde ein Großteil der wertvollen alten Gebäude zerstört oder zweckentfremdet. In den 1940er Jahren besaß die Stadt noch 8.000 Tempel und Denkmäler, in den 1960er Jahren war diese Zahl auf nur 150 geschrumpft.

 

Zum Schauplatz eines massiven Aufbegehrens durch das Volk wurde Peking 1989. Zwischen April und Juni des Jahres drückten fast eine Million Demonstranten auf dem Tiananmen-Platz im Zentrum der Stadt ihren Unmut aus. Grund hierfür waren das schleppende Tempo von Reformen, die weit verbreitete Korruption und der Mangel an Freiheit. Eine riesige Statue, die Göttin der Freiheit, wurde von Kunststudenten angefertigt und dem Porträt Mao Zedongs gegenübergestellt. Daraufhin verhängte die chinesische Regierung am 20. Mai des Jahres das Kriegsrecht und während einer friedlichen Demonstration tausende Zivilisten getötet.

 

Am 20. Oktober 1998 wurde in Peking die erste Menschenrechtskonferenz des Landes eröffnet. 2008 fanden hier die Olympischen Sommerspiele unter kritischer Beobachtung der Weltöffentlichkeit statt. Gerügt wurde Chinas Umgang mit der im indischen Dharamsala angesiedelten tibetischen Exilregierung.